Refit-Bericht / Oktober 2014




Meine Frau meint: "Du bist verrückt, aber das wird bestimmt super."

 

Meine Segelerfahrung beläuft sich auf das Segeln eines Zweimaster-Faltboot.

Ich habe weder Segelschein noch Sportbootführerschein

 

und..

 

ich war noch nie auf einer richtigen Yacht.

 

 

Aber ich hab mich mit dem Segelvirus infiziert und ich habe einen guten Freund: Onkel Google!

 

Für alle, die mich für verrückt halten, schreibe ich meine Erlebnisse mit dem Boot auf.

 

Wenn es ein bisschen Spaß macht, dass zu lesen, freue ich mich.

 

Und wenn es dem ein oder anderen nützt, wenn er selber ein Boot überarbeitet

 

- auch gut.



10.10.14

 

So, jetzt habe ich das Boot zuerst einmal völlig in Einzelteile zerlegt.

 

Damit ich auch bei schlechtem Wetter arbeiten kann, habe ich mir direkt neben der Werkstatt ein großes Zelt aufgebaut in dem das Boot nun steht.

 

Das Zerlegen hat circa zwei Wochen gedauert. Ich arbeite ja immer allein.

 

Versucht mal eine Scheuerleiste zu demontieren, wenn du im Boot sitzt und draußen dreht sich eine Schraube im Holz mit.

 

Da seid ihr bestimmt auch nicht schneller.

 



Wie ich schon unter dem Kapitel "Bestandsaufnahme" schrieb, gab es schon einige nette Überraschungen.

 

Vor allem im Bug war es feucht. Aber, wie man auf dem Bild rechts sieht, stand auch unter der Dämmung des Luk mit dem Lüfter das Wasser

 

Auch in der Bilge stand etwas Wasser, wobei ich glaube, dass das Regenwasser war, welches an den Relingsfüßen reinlief.

 

Das Boot roch auf jedem Fall muffig. Jetzt jedoch nicht mehr, den es ist völlig entkernt und die Fenster und das Hubdach sind weg. Jetzt kann da erstmal frische Luft dran.



16.10.14

Ich hatte ja berichtet, dass ich Alles genau untersucht hatte. Was ich aber noch nicht wusste war: Wie sieht es unter der Rumpflackierung aus. Deshalb habe ich das Heck mal ein wenig angeschliffen. Sieht gut aus.

Zwei Lackschichten und dann gesundes Gelcoat.

 

Hatte ich erzählt, dass ich eine Heckverlängerung bauen will? Deshalb seht ihr oben am Heck bereits das Loch.

 

Da kommt das neue, vorbalancierte Ruder rein.



17.10.14

Hier noch ein Bild von dem Loch unten am Rumpf, das ich für den neuen Ruderkoker gebohrt habe.

 

Das war etwas schwierig.

 

In der Absicht, das Teil genau in der Mitte zu platzieren, habe ich gemessen was das Zeug hält.

 

Und, was soll ich sagen?


Ich sag: das Boot ist nirgends symmetrisch. Egal wie und wo man misst. Die linke Seite ist immer kürzer oder länger. Wenn man anders herum steht ist es natürlich die rechte Seite.

 

Zum Schluss habe ich auf den Zollstock verzichtet und das per Augenmaß entschieden.

Geht doch!

 

Auf dem Bild sieht man auch, dass die Klappen am Schacht fehlen. Da sitzen jetzt noch dreißig kleine Schrauben. Die mache ich später neu und baue neue Klappen. Die Schachtöffnung ist ebenfalls völlig schief. Als ob es auf der Werft alkoholische Getränke gegeben hätte.



18.10.14

Ich hab in meinem Leben schon viel geschraubt und gebaut. Aber mit Epoxy hab ich noch nicht gearbeitet. Da ich aber das Heck verlängern will und noch einiges in der Kajüte ändern will (u.a. eine Küche), habe ich geübt.

 

Die erste Probeplatte ist Nichts geworden.

Der Trennlack wahr nicht trocken und das Gelcoat wohl auch nicht.

 

Und was macht man da? Alles in den Müll und von vorne!


Die zweite Probeplatte (ca 30x40 cm) war perfekt. Wunderbar glattes Gelcoat und das ganze superstabil.

 

Nun habe ich am Heck ein bisschen mit der Flex gearbeitet. Die Klappe des Motorschachtes musste gekürzt werden, damit der Koker für mein neues Ruder durchpasst. Das ganze wird mit Matten neu modelliert und fertig. Ist ein bisschen kompliziert, da es ja nicht auf den Motor tropfen soll.

 

Für die Ruderanlage nehme ich ein achtunddreissiger Edelstahlrohr, Kunststoffgleitlager und eine dreißiger Edelstahlwelle.

 

Lange habe ich dann überlegt...

 

Wenn das fertige Ruder von unten eingeschoben werden soll, müsste das Boot in der Luft hängen.

 

Pech ist nur, dass ich keinen Kran im Zelt habe. Deshalb mache ich jetzt was ganz Neues. Ich bau eine zweiteilige Welle, mit einer passgenauen Edelstahlsupermuffe.

 

Bilder davon werde ich dann noch einstellen.



19.10.14

Nebenbei erwähnt, wenn ich nicht schlafen kann, überlege ich, wie die Kajüte werden soll.

Ich denke, dass ich die Bugkoje verlängere, denn meine Holde und ich sind ziemlich groß.

 

 

Dafür müsste ich die beiden Schränke opfer, könnte dafür aber vielleicht beiderseits der Koje Hängeschränke einbauen.

 

 

Ich bin noch nicht sicher...



20.10.14

Heute war Ruhetag, da ich kaum Zeit hatte. War nur mal kurz kontrollieren, ob das Laminat, dass ich gestern am Heck aufgebracht habe, schön hart geworden ist.



21.10.14

Heute nur wenig geschafft. Die gekürzte Motorschachtklappe mit neuer Hinterkante versehen und mittig eine Versteifung eingebracht. Da wird wegen der Heckverlängerung ja in Zukunft mehr Fußgängerverkehr drüber gehen. Einfach ein Stück dreißiger Bougierrohr mit GFK ummantelt. War die beste Wahl, da die Klappe etwas gewölbt ist.


22.10.14

Links, die geänderte Heckschürze. Die hat nochmal eine Lage 30er Matte als Abschluss erhalten. Auf dem Bild sieht man gut die neue Wasserablaufrinne in die die gekürzte Motorklappe greift.

 



22.10.14

Im Schacht wurde die alte Versteifung aus GFK aufgeflext. Dort passt der neue Koker genau hinein. Die Anschlußkanten habe ich mit Absicht stehen lassen. Die werden später mit dem Koker einlaminiert und dienen der besseren Stabilität.



23.10.14

Heute mal ein wenig Holzteile geschliffen. Auf dem Bild sieht man die Handläufe. Rechts der Ausgangszustand.

Überlege noch, wie ich die später behandele. Nur ölen, oder doch lieber Klarlack?


24.10.14

Die Scheuerleisten bearbeite ich zwischendurch auch immer. Die haben jede Menge Scharten, die ausgebessert werden müssen. Eine war gebrochen und wurde von mir instand gesetzt. 

Jetzt heißt es:

 

SCHLEIFEN - SCHLEIFEN -SCHLEIFEN....

 

Wie bei den Handläufen tendiere ich zu Öl als Endbehandlung. Mal sehen...


26.10.14

Zwischendurch, nur Immer Schleifen ist ja doch ziemlich ödig, habe ich mir Gedanken zur neuen Pflichtentwässerung gemacht. In den Motorschacht , jeweils rechts uns links , habe ich dafür zwei Bohrungen mit 30mm gebohrt. Die liegen ca. 10 cm tiefer als die Öffnungen in der Pflicht. Provisorisch habe ich mal zwei Stücke Schlauch aufgesteckt, damit das im Bild besser zu sehen ist. Jetzt frage ich mich: Wenn der Motorschacht später mit Gummiklappen verschlossen wird, die am Motorschaft recht dicht abschließen, kann ablaufendes Wasser sich dann aufstauen und den Schacht fluten?